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29. Dezember 2010

Die verlassene Geschichte - Andres Ibanez

Kurzbeschreibung:
Prinz Adenar ist von einer schrecklichen Krankheit befallen: der Langeweile. Also reist er nach Floria, um seine Seele zu suchen. Dort muß er feststellen, daß seine gesamten Erinnerungen aus einem Buch zu stammen scheinen, das alle Florianer kennen. Auf der Suche nach der Wahrheit kommt Prinz Adenar einem Geheimbund auf die Spur...

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Ein Buch vom Grabbeltisch, und für knapp 3,00 € wars auch okay. 
Die Geschichte beginnt wirklich vielversprechend und auch die Ideen des Autors sind sogar erstmal recht innovativ. Prinz Adenar lebt in einer Welt, die fast schon perfekt ist und sehr detailreich und liebevoll beschrieben wird. Doch er erkrankt und muss sich auf die Suche nach seiner Seele begeben. So weit, so gut. Aber ab dem Moment, wo Adenar in die Gesellschaft der neuen Welt, in die er - per Transportkugeln von Feen erschaffen - gelangt gerät, wird das Buch einfach langatmig und sehr vorhersehbar. Der Protagonist wird einem nicht wirklich sympathisch, besonders da er sich unsterblich in die Mörderin seines Vogelfreundes verliebt... sehr, sehr merkwürdig. Das Schlimmste aber ist, dass das Buch einfach aufhört und wohl auch kein Folgeband in Planung ist. Es ist in etwa so, als würde "Herr der Ringe" in Bruchtal enden...

Die Geschichte hat definitiv Potential, verschenkt aber leider sehr gute Ideen und driftet in die Einheitssuppe der Fantasy ab.

Schwache 5 von 10 Punkten.

22. Dezember 2010

Stein und Flöte - Hans Bemmann

Kurzbeschreibung:
Die Geschichte von Lauscher, der falschen Freunden folgt, Unschuldige aus Ungeduld und Gedankenlosigkeit verwundet, Frauen liebt, die sich in Wolf und Falke verwandeln, jedoch von einer erlöst wird, deren Augen wie sein magischer Stein schimmern, gehört nicht in die Kategorie der Phantastischen Romane mit ihren Helden, die unverändert von Abenteuer zu Abenteuer fortschreiten. Dies ist ein Entwicklungs-, ein Bildungsroman. Lauscher sucht und lernt und zweifelt, muss das Warten lernen und die wahre Liebe, und vor allem: dass ein Mensch niemals ein Ziel erreicht, ohne nicht im gleichen Augenblick zu begreifen: "...und das ist noch nicht alles!"

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Ein richtig dickes Buch, kleine Schrift auf hauchdünnen Seiten. Aber da ich schon so viel Gutes über dieses Buch gehört hatte, musste ich es doch einmal versuchen. Was soll ich sagen, anfangs war ich wirklich begeistert. Die ganze Geschichte war so märchenhaft und wundervoll erzählt. Viele Geschichten und Erzählungen, Gedichte und Lieder reihten sich aneinander und obwohl Lauscher eigentlich viel erlebt, hatte man nie das Gefühl, dass die Handlung voran-getrieben wird. Anfangs ist dies auch wirklich schön, ja fast ein wenig beruhigend und genau das Richtige um dem Alltagsstress und der Hektik zu entgehen.
Das erste Buch war auch wirklich spannend und man hat mit Lauscher gelitten und sich an der Handlung erfreut. Leider ist aber das gesamte Werk nicht nach dem ersten Buch  zu Ende. Im zweiten Buch sucht Lauscher weiter nach seinem Ziel und manchmal will man ihm schon gern die ein oder andere Ohrfeige verpassen, weil er sich gar so dumm anstellt. Irgendwie lernt er überhaupt nichts, weder von verschiedenen Ereignissen, Weggenossen oder aus den eigenen Fehlern. Es ist keinerlei Entwicklung zu erkennen. Das macht unseren Protagonisten leider immer unsympathischer. Nach gut der Hälfte des Gesamtwerkes habe ich es leider vor Langeweile nicht mehr geschafft weiterzulesen und das doch recht gewichtige Buch zurück ins Regal gestellt. Im Moment interessiert es mich einfach nicht, wie es weitergeht, vielleicht, irgendwann mal lese ich weiter. Bis dahin widme ich mich lieber Büchern, bei denen ich nicht das Gefühl habe, ich verschwende meine Zeit.
Schade, es begann so vielversprechend, ließ aber nach dem ersten Buch rapide nach.

Da ich mich aber anfangs doch ganz gut unterhalten hab, gibts 3 von 5 Sternen.

8. Mai 2010

Der Kristall des Chaos - Jennifer Fallon

Kurzbeschreibung
Die Gezeitenherrscher haben sich in Jelidia versammelt, um ein Tor zu einer anderen Welt zu öffnen. Dazu müssen sie jedoch zunächst den Chaoskristall finden, der sie nach Amyrantha gebracht hat. Ihre Suche führt sie nach Glaeba, wo die Herzogin Arkady von dem Unsterblichen Jaxyn gefangen gehalten wird. Kurz darauf gelingt Arkady die Flucht, und auch die Herzogin begibt sich auf die Suche nach dem magischen Kristall. Mit seiner Hilfe hofft der Unsterbliche Prinz Cayal, seinem Leben endlich ein Ende setzen zu können. Doch niemand weiß, wohin das geheimnisvolle Tor zwischen den Welten führen wird.

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Erstmal vorab, der letzte Band der Gezeitenstern-Saga von Jennifer Fallon polarisiert. Liest man bei Amazon die Rezensionen, so würde man sich das Buch wahrscheinlich nicht mehr unbedingt kaufen, aber wie gut, dass man sich selbst eine Meinung machen kann. Mir wäre ein krönender, ja nahezu genialer Abschluss einer innovativen Fantasy-Reihe entgangen.

In jedem Band dieser Saga gab es zum Ende hin eine richtig große Überraschung. Sei es, dass ein neuer Unsterblicher offenbart wurde, oder man endlich erfuhr, wer der ominöse Gefangene ist. Doch der letzte Band toppt alles dagewesene um Längen. 
Eigentlich fand ich Arkady als Protagonistin nie sehr spannend. Ihre Geschichte war schön erzählt, doch wirklich berührt hat sie mich nicht. Spannender fand ich die Gezeitenfürsten, ihre Probleme und Intrigen; selbst das Schicksal der Crassii hat mich mehr interessiert. Dennoch hat mich diese Saga in ihren Bann gezogen, wie es kaum eine andere Fantasy-Reihe geschafft hat. 
Der vierte Band setzt eigentlich die Geschichte in gewohnter Weise fort und man erlebt auch hier noch die ein oder andere Überraschung. Der wirkliche Knaller kommt dann aber ab Seite 532. Plötzlich steht die gesamte Geschichte in einem völlig neuen Licht da und man weiß grad selbst nicht mehr, ob man Männchen oder Weibchen ist. Holla!! Man kann kaum etwas darüber schreiben, ohne zu spoilern, aber ich kann soviel verraten: Es lohnt sich! 

All die Kritiken bei Amazon, die von einem überhasteten Ende, bedingt durch die Zeitnot des Abgabetermins sprechen, kann ich wirklich nicht verstehen. Das Ende musste genauso passieren, wie es Frau Fallon zu papier gebracht hat. Alles andere wäre wahrscheinlich der Saga nicht würdig gewesen. Und bis auf das kleine Verständnisproblem des Namens, hat mir das Ende zu 200% zugesagt. Es war großartig und man kommt ganz schön ins Grübeln. Sehr schlau, Frau Fallon.

Die Zeit des Wartens zwischen den Erscheinungsterminen zog sich wie Kleister, und am Veröffentlichungstag hatte ich schon meist die Hälfte des Buches verschlungen (nun weiß ich, wie es all den Harry-Potter-Freaks ging...). ich hoffe sehr, dass es vielleicht noch weiter geht. Irgendwie. Luft dafür, hat sich die Autorin ja gelassen. Vielleicht auch einfach ein Spin-off, der sich mehr um die Zurückgelassenen dreht. Vielleicht auch eine Geschichte der Crassii. Möglichkeiten gibt es nun wahrlich genug. 

Ich bin ein wenig traurig, dass es nun vorbei sein soll, dennoch wissen wir ja nun, vorbei ist es mit den Gezeitenfürsten nie, denn sie sind unsterblich...

5 von 5 Sternen!!

5. April 2010

Männer und andere Katatrophen - Kerstin Gier

Kurzbeschreibung
Judith, 26, ist ziemlich unzufrieden. Ihr Freund kümmert sich nur noch um Sport und andere Frauen, das Studium und den Bürojob hat sie satt, und die Männer, mit denen sie sich trösten möchte, sind die reinsten Katastrophen. Auch ihren Freundinnen ergeht es nicht besser: Susanna hat alle Prinzipien über Bord geworfen und sich dem Mammon zuliebe mit einem gefräßigen Langweiler eingelassen, Katja wird von ihrem Freund belogen und betrogen, und Bille verliebt sich ausgerechnet in einen notorischen Angeber. Wie sie von einem Desaster ins andere schliddern, wird bis zum überraschenden Ende witzig, spritzig und spannend erzählt. Die Suche nach dem Traummann wird für Judith zum grotesk-komischen Abenteuer.

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Eins der früheren Bücher von Kerstin Gier, welches sogar mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt wurde.
Der Humor ist zwar nicht so genial wie in ihren späteren Büchern, aber auch hier sieht man bereits ihr unglaubliches Talent der Beobachtung und Darstellung von Situationen, die jeder im Alltag erlebt, sich aber nicht weiter drum kümmert. Kerstin Gier schafft es immer wieder daraus sehr lustige Situationen zu kreieren, mit denen sich jeder sofort identifizieren kann. Die veschiedenen Typen von Männern (und auch Frauen) sind zwar ein wenig überzeichnet, aber das macht sie ja auch so liebenswert. Ihr Humor ist einfach unübertroffen, und ihr Sprachwitz großartig.

Und ich persönlich liebe es besonders, dass die Geschichte wieder in Köln spielt. So hat man doch immer wieder hier und dort ein kleines Aha-Erlebnis...

Btw, der Roman "Fishermans Friend in meiner Koje" ist der Nachfolgeband, und sogar noch lustiger!


 

20. März 2010

Gegensätze ziehen sich aus - Kerstin Gier

Kurzbeschreibung
Was macht Frauen glücklich? Schokolade, die Kraft positiver Gedanken oder schöne Schuhe? ­- Mit der Boutique Pumps und Pomps kann die MÜTTER-MAFIA, die kreative Gegenbewegung zu allen Super-Muttis, sich bald alle Träume selbst erfüllen. Hier gibt es nicht nur traumhafte Stilettos, wunderschöne Stiefel und köstlichen Cappuccino, sondern auch die besten Tipps in Herzensangelegenheiten. Und die kann Constanze, genannt DIE PATIN, selber gut gebrauchen. Denn die Zukunftspläne ihrer ganz großen Liebe Anton passen leider so gar nicht zu ihren eigenen ... Wie groß muss die Liebe sein, um mit anstrengenden Eltern, eifersüchtigen Töchtern und dem Wunsch nach mehr Nähe fertig zu werden?

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Der dritte Teil der Mütter-Mafia-Reihe schließt nahtlos an Band zwei "Die Patin" an. Sowohl inhaltlich, wie auch mit dem unschlagbaren Humor. Es geht weiter in der Insektensiedlung und Constanze gerät auch diesmal wieder in einige Schwierigkeiten, die sie sich zum größten Teil selbst schafft. Ihre Beziehung mit Jaguarmann Anton entwickelt sich, und das nicht immer zu Constanzes Wunsch. Ihre Eltern kommen aus Pellworm zu Besuch, was natürlich auch zu skurrilen und mehr oder weniger peinlichen Momenten führt. Die Mütter-Society hat ihre soziale Ader entdeckt und verstrickt sich dadurch auch in äußerst amüsante Situationen...
Insgesamt ist dieser Band zwar nicht der lustigste der Mütter-Mafia, aber auf jeden Fall wieder sehr lesenswert. Man will einfach wissen, wie es weiter geht. Die Handlung an sich wird nicht wirklich weitergetrieben, auch wenn ganz am Ende doch noch was Überraschendes passiert, aber man erlebt den Alltag der bereits liebgewonnenen Personen mit und durch Giers unübertroffen lustige Schreibweise vermisst man auch gar nichts. Ich glaub, die Frau könnte auch eine Speisekarte schreiben, und man würde sich bepinkeln vor lachen...

4 von 5 Sternen, da ich schon noch Besseres von ihr gelesen hab.

15. März 2010

Ginster und Schwert - Kerstin Tomiak

Kurzbeschreibung

Ein erbitterter Krieg – eine große Liebe

Die Kriege zwischen den Adelshäusern York und Lancaster verwüsten das Land. Richard von Gloucester hat seinem Bruder und König ewige Treue geschworen. Daran hält er fest, auch wenn er dadurch seine große Liebe Anne verlassen muss. Doch trotz Verrat, Intrigen und ihrer Hochzeit mit einem anderen kann Richard Lady Anne nicht vergessen.

Ein farbenprächtiger historischer Roman aus dem England des 15. Jahrhunderts.

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Ein Buch über die Rosenkriege. Natürlich, wenn man sich ein bisschen mit Geschichte auskennt, weiß man, dass dieses Buch nicht unbedingt ein Happy End hat. Dennoch ist die Geschichte über die Liebe zwischen Richard von Gloucaster und Anne, der Tochter des "Königmachers" Warwick sehr schön und stimmungsvoll erzählt. Erzählt wird aus der Sicht von Anne, jedoch nicht in der Ich-Perspektive. Da es offensichtlich nicht wirklich detaillierte belegte historische Hintergründe existieren, kann ich auch nicht viel über die Authentizität des Romas sagen, kann mir aber gut vorstellen, dass es so gewesen sein kann. 
Die Autorin schreibt in einem flüssigen Stil und schafft es, dass man mit den Figuren mitfühlt und mitleidet. Man kann in die Intrigen und Ränkeschmieden des Mittelaltern eintauchen und sich ein wenig in einer schönen Liebesgeschichte verlieren, die letzendlich doch irgenwie gut ausgegangen ist. 

Letzendlich ist dies zwar kein Buch, was einem ewig im Gedächtnis bleiben wird, aber man ist gut unterhalten und es lohnt sich auf jeden Fall zu lesen.

4 von 5 Sternen 

26. Februar 2010

Die Löwin von Aquitanien - Tanja Kinkel

Kurzbeschreibung
Leichtsinnig und romantisch, ehrgeizig und kaltblütig, Leitstern der Troubadoure, eine meisterhafte Politikerin, wenig besser als eine Dirne - all diese Eigenschaften wurden der grossen Königin des 12. Jahrhunderts von der Überlieferung nachgesagt. Was davon wahr ist? Vielleicht ein wenig von allem. Aufgewachsen an einem der kultiviertesten Höfe der Zeit, fand die junge, lebenshungrige Eleonore erst als über Achtzigjährige im Kloster von Fontevrault ihren Frieden: Sie hatte zwei königliche Ehemänner und acht ihrer zehn Kinder überlebt.

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Da ich im Moment historische Bücher in mich einsauge, kam ich nicht umhin auch das Buch über Eleonore von Aquitanien zu lesen. Tanja Kinkel ist meines Erachtens ein Garant für gut recherchierte historische Romane, wobei sie selbst im Anhang schreibt, dass sie bewusst einige Fakten bzw. Namen geändert hat. Nun, da es ihre volle Absicht war, sei es gestattet.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Beschreibt es doch nicht nur die Lebensgeschichte Eleonores, die hierzulande leider eher unbekannt ist, sondern gibt auch Einblicke in das aufregende Leben von Richard Löwenherz und König John, bekannt aus Robin Hood.
Wir erleben mit, wie Eleonore zwei Ehemänner und acht ihrer zehn Kinder überlebt und bis zuletzt als unfassbar starke Frau und Königin England und große Teile Frankreichs regiert.

Trotz der vielen Seiten wird das Buch an keiner Stelle langweilig, ganz im Gegenteil, man kann es kaum zur Seite legen. Und trotz der vielen Namen und Personen verliert man nie den Überblick. (Hier sei angemerkt, dass Frau Kinkel laut Anhang bewusst einmal einen Namen geändert hat, da es zu der Zeit wohl etwas zu viele "Geoffreys" gab. ) Zudem enthält der Anhang auch mehrere Stammbäume mit den Familienzweigen der verschiedenen Häuser.

Ein kurzweiliger Roman, der ein ganzes Leben einer der interessantesten Frauen des Mittelalters umfasst. Sehr empfehlenswert!

5 von 5 Sternen

19. Februar 2010

Fledermausland - Oliver Dierssen


Kurzbeschreibung

Sind Sie schon einmal nackt einer Fledermaus begegnet?

Das ist nur eines der Probleme, mit denen Sebastian Schätz zu kämpfen hat, und langsam weiß er nicht mehr weiter: Die GEZ hetzt ihm eine Bande von Zwergen auf den Hals. Auf einer Toilette wird er von einem depressiven Vampir überfallen. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass die Frau, die er liebt, gar kein Mensch ist. Kann es für Sebastian noch schlimmer kommen? Ja, es kann ... Willkommen im Fledermausland!

Sebastian Schätz, Anfang zwanzig, treibt eher planlos durch Hannover. Seine Freundin Kim ist zwar überirdisch schön, hält ihn aber noch auf Abstand. Also ist für Sebastian Priorität Nummer eins, Kim ganz für sich zu erobern. Doch auf einmal häufen sich die seltsamen Ereignisse: Zuerst muss er sich nachts gegen eine Fledermaus wehren, und zwar nackt. Dann vermasselt ihm auch noch ein Vampir das langersehnte Date mit Kim. Als er schließlich von einem unheimlichen Hausgeist und ein paar korrupten Zwergen entführt wird, dämmert Sebastian Schätz so langsam, dass er da in etwas hineingeraten ist: Ist die Welt völlig verrückt geworden oder nur er selbst? Für Sebastian beginnt die längste und wildeste Nacht seines Lebens. Er muss nicht nur sein, sondern auch Kims Leben verteidigen – und am Ende ist nichts mehr, wie es einmal war ...

Der definitive Vampirroman für die Generation Praktikum – umwerfend komisch und packend.

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Bei der Leserunde mit Autor im Fantasy-Forum wurde diesmal der echt lustige Debutroman von Jungautor Oliver Dierssen besprochen. Er war, was bei einer Leserunde mit Autor üblich ist, auch selbst dabei und hat geduldig und bereitwillig auf all unsere Fragen und Kommentare geantwortet. 
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, die Sprache vor allem ist amüsant und sehr kurzweilig zu lesen. Das Buch ist rasant geschrieben und weist auch viele sehr originelle Ideen auf, angefangen von dem Hausgeist mit Putzfimmel, der unter der Spüle lebt, über notorisch böse und misstrauische Zwerge der GEZ bis hin zu dem gefählichsten aller Dämonen, den Bhael(zebub), der aber auch seine, nunja, kuscheligen Seiten hat... 


Ich würde sagen, bei dem Buch kann jeder seinen Spaß haben, aber besonders die Leser zwischen 20 und 35 Jahren werden den ein oder anderen Aha-Moment erleben. 
Vergleiche zu Hennens "Nebenan" und Lukianenkos "Wächter" spare ich mir mal, auch wenn es evtl. einige Parallelen aufweisen mag. Vergleiche haben immer einen faden Beigeschmack; dieses Buch hat sowas gar nicht nötig, es funktioniert wunderbar ohne sich auf irgendwelche vorgegebenen Stufen anderer Autoren stellen zu müssen.

4 von 5 Sternen 

17. Februar 2010

Für jede Lösung ein Problem - Kerstin Gier

Kurzbeschreibung

Gerri schreibt Abschiedsbriefe an alle, die sie kennt, und sie geht nicht gerade zimperlich mit der Wahrheit um. Nur dummerweise klappt es dann nicht mit den Schlaftabletten und dem Wodka - und Gerris Leben wird von einem Tag auf den anderen so richtig spannend. Denn es ist nicht einfach, mit seinen Mitmenschen klarzukommen, wenn sie wissen, was man wirklich von ihnen hält!
Lach-Therapie für alle Schwarzseher - oder wenn das Leben es mal wieder nicht so gut mit einem meint ...

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Wieder ein sehr lustiges und empfehlenswertes Buch meiner Lieblingsautorin Kerstin Gier. Diesmal schreibt sie leichtfüßig und gekonnt humorvoll über das gar nicht lustige Thema "Selbstmord" und "Depression" ohne dieses ernste Thema in irgendeiner Form ins Lächerliche zu ziehen. Ganz im Gegenteil, ob des doch recht traurigen Umstands, dass Gerri sich das Leben nehmen möchte, stolpert sie in so abgedrehte und zum Teil tragische Situationen, dass man allein deshalb schon mitfühlt. Zum Glück wendet sich alles zum Guten und man ist selbst versucht, einfach mal auch seine Abschiedsbriefe zu schreiben und in seinem Leben und dem Freundes- und Bekanntenkreis mal Tabula rasa zu machen. Wer weiß, vielleicht stimmt es ja, dass sowas befreiend wirkt und man sich danach einfach besser und gereinigt fühlt.

An manchen Stellen wurde der Witz zwar bis aufs Blut ausgereizt, dennoch ist dies eines der noch besseren Gier-Bücher. Kaufempfehlung, besonders, wenn man gerade selbst ein bisschen down ist. 
Tipp: Nicht das Nachwort vergessen, darin ist Frau Gier immer besonders kreativ...

4,5 von 5 Sternen

8. Februar 2010

Die Patin - Kerstin Gier

Kurzbeschreibung

Wer sagt denn, dass der Pate immer alt, übergewichtig und männlich sein und mit heiserer Stimme sprechen muss? Nichts gegen Marlon Brando, aber warum sollte der Job nicht auch mal von einer Frau gemacht werden? Einer Blondine. Mit langen Beinen. Gestählt durch die Erziehung einer pubertierenden Tochter und eines vierjährigen Sohnes. Und wahnsinnig verliebt in Anton, den bestaussehenden Anwalt der Stadt. Constanze ist „die Patin“ der streng geheimen Mütter-Mafia. Gegen intrigante Super-Mamis, fremdgehende Ehemänner und bösartige Sorgerechtsschmarotzer kommen die Waffen der Frauen zum Einsatz. Ein Angriff auf Ihre Lachmuskulatur.

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Nachdem ich dieses Buch zusammen mit dem ersten Teil am Samstag verschenkt hab, konnte ich es nicht sein lassen, den zweiten Band in einem Rutsch schnell mal durchzulesen.

Ich schließe mich der allgemeinen Meinung an, dass "die Patin" nicht an "die Mütter-Mafia" heran reicht. Auch die vermeidlich innovative Idee mit dem Klostein (den KG sogar in ihrem Interview mit Warin aus dem Fantasy-Forum erwähnte), fand ich nicht so unglaublich lustig, wie es wohl gewünscht war. Das kann Kerstin Gier definitiv besser, was sie in ihren anderen Büchern (Rubinrot/Saphirblau) auch beweist.
Dennoch ist "die Patin" ein netter Nachfolgeband, auch wenn sich mir manche Stellen nicht wirklich erschließen, bzw. sich nicht wirklich auflösen wie z.B. die angekündigte Retourkutsche für das Mayonnaise-Schoko-Bon. Hab ich da was überlesen?

Ein breites Grinsen hatte ich auch bei diesem Buch im Gesicht, in schallendes Lachen bin ich aber diesmal nicht ausgebrochen.

3,5 von 5 Sternen

16. Januar 2010

Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind


Kurzbeschreibung

Schon mal Angst gehabt, dass sich in eine sehr private E-Mail ein klitzekleiner Fehler einschleicht - und plötzlich ein völlig Fremder die Nachricht bekommt? Emmi Rothner passiert das genaue Gegenteil. Eigentlich will sie nur ein Zeitschriftenabo kündigen. Doch durch einen Tippfehler landet die E-Mail bei Leo Leike, und zwischen den beiden entflammt ein zunächst zaghafter, mit der Zeit immer leidenschaftlicher Onlineflirt. Daniel Glattauer erfasst mit "Gut gegen Nordwind" den besonderen Zauber, den der Briefwechsel mit einer fremden Person auslösen kann, die reizvolle Mischung aus totaler Distanz und unverbindlicher Intimität.


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Ich muss sagen, ein sehr amüsantes, aber definitiv zu kurzes Buch. Büchlein. Und das Ende... nunja, es gibt ja zum Glück eine Fortsetzung.
Einerseits mag ich ja Bücher, die ich in ca. 3 Stunden durch hab, andererseits denk ich mir, so schnell ist das Vergnügen vorbei, und das für 8 Euro. Boah.
Jedenfalls hab ich mich sehr amüsiert. Die Dialoge sind intelligent und witzig, aber ein Dauergrinsen hat sich bei mir nicht eingestellt. Vielleicht, weil teilweise eine Pointe die andere jagde?
Gerührt war ich von Bernhard. Natürlich ist ein virtueller Flirt aufregend, spannend, ein großes Abenteuer, was man in der Realität vielleicht vermisst. Aber soll man dafür sein reelles Leben riskieren?
Ob ich den Folgeband lesen werde, weiß ich noch nicht. Einerseits interessiert es mich natürlich, wie es mit Emmi und Leo weitergeht. Aber eigentlich macht mich Emmis Verhalten nur traurig. Wenn sie unzufrieden ist, muss sie erstmal ihr Leben sortieren, dann kann sie weiterhin in virtuellen Außenwelten flirten. Armer Leo...

Brandon Sanderson - Elantris


Kurzbeschreibung

Außergewöhnlich, bizarr und faszinierend, dazu wunderschön geschrieben - sofort nach Erscheinen des Debüt-Romans des jungen Amerikaners Brandon Sanderson überschlugen sich Presse, Buchhandel und Leser gleichermaßen mit Lob. Betreten Sie Elantris, eine Stadt voll alter Magie, verfallen, ein Zwischenreich. Beherrscht von einem geheimnisvollen Gott. Bewohnt von Menschen, die dazu verdammt sind, in den Trümmern dieser Stadt ewig zu leben. Bis sich das Schicksal von Elantris erfüllt. Und der Tag naht ...

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Endlich mal wieder ein Buch, dass mich bis zum Ende absolut in seinen Bann gezogen hat. Die Story war außergewöhnlich, und es gab immer wieder überraschende Wendungen.
Die Charaktere fand ich überhaupt nicht flach oder langweilig, ganz im Gegenteil. Und meiner Meinung nach könnte tatsächlich eine Fortsetzung folgen. Schließlich hat man über diesen Wyrn ja nicht allzu viel heraus bekommen, und es sind auch noch einige Fragen unbeantwortet, besonders bezgl. der Seonen, die ich auch sehr gelungen fand.
Was war ich traurig, dass Hrathen sein Seon für Monate in eine dunkle Holzkiste gesperrt hielt.

Auf jeden Fall ist Sanderson ein Autor mit Potential und das wird sicherlich nicht das letzte Buch von ihm sein, dass ich gelesen hab.

Sascha Storz - Roter Drache in Aspik


Kurzbeschreibung

Kochen mit Fantasy

Sie wollten immer schon wissen, wie Halblinge ihr drittes Frühstück bereiten? Warum ein Magier ein unabdingbares Küchenutensil ist? Wie man einen erlegten Drachen kulinarisch zelebriert? 28 Rezepte aus fantastischen Welten warten in diesem Buch darauf, Sie zu verzaubern. Und jedes einzelne Gericht können Sie an Ihrem Herd zu Hause nachkochen. Satteln Sie die Pferde, heizen Sie den Ofen an und steigen Sie ein, in ein Küchen-Abenteuer der ganz besonderen Art mit dem ersten Kochbuch eines Hobbits.

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Kein Roman, aber dafür ein sehr empfehlenswertes, günstiges und amüsantes Kochbuch.

Allein die Aufmachung ist auf jeden Fall die knapp 5 € wert. Es gibt zu jedem Rezept eine tolle Beschreibung, und selbst die Zutatenliste ist lesenswert. Z.B. wenn man keinen roten Drachen zur Hand hat, geht auch roter Lachs...
Sehr süß geschrieben, und die Rezepte sind recht leicht nachzukochen.

Jennifer Fallon - Die Götter von Amyrantha (Band 2)

Kurzbeschreibung

Die Macht der mythischen Gezeitenherrscher in Amyrantha wird immer stärker. Unerkannt haben sie sich unter die Bewohner der Welt gemischt und wollen sich erneut zur Herrschaft aufschwingen. Doch die junge Herzogin Arkady ist ihnen auf der Spur. Mit Hilfe eines Sets von Tarotkarten und den Erzählungen des unsterblichen Prinzen Cayal will sie die alten Götter ausfindig machen und die Welt vor ihrem zerstörerischen Zorn retten. Derweil hat sich am Königshof von Arkadys Heimatland Glaeba eine der Unsterblichen eingeschlichen und spinnt nun finstere Intrigen, um die Königsherrschaft an sich zu reißen.


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Dank der Leserunde im Fantasy-Forum hab ich den ersten Teil der Gezeitenstern-Saga kennen gelernt und war von der ersten Seite an fasziniert. Natürlich musste ich dann auch Band zwei lesen. Und ich muss sagen: Wahnsinn. Die Geschichte wird spannender, die Charaktere stärker und man wird quasi aufgesogen in die Fluten der Gezeiten... Es passieren Dinge, mit denen man einfach nicht rechnen kann, und das Ende ist noch spannender und aufregender als in Band 1.

Also, wer eine großartige Fantasy-Saga lesen will und viel Zeit hat, muss sich unbedingt die Gezeitenstern-Saga kaufen. Von mir gibt es 6 von 5 Sternen!

Jonathan Stroud - Bartimäus, das Amulett von Sarmakand


Kurzbeschreibung:

So einen Helden hat es in der Fantasy noch nicht gegeben! Bartimäus ist selbstsüchtig, rücksichtslos, dreist und leidet nicht gerade unter Minderwertigkeitskomplexen. Gut, er ist ein Dämon, aber doch nur ein Dschinn, gehört also zum Mittelfeld in der Hierarchie der magischen Mächte. So begeistert und überzeugt wie Bartimäus von seinen Fähigkeiten ist, bedeutet es einen herben Schlag für ihn, als er von einem kleinen Jungen beschworen wird und ihm nun zu Diensten sein muss.

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Bartimäus ist eins meiner Lieblingsbücher.
Es hat einen außergewöhlichen Schreibstil und die Fußnoten sind der Brüller.

Gekauft hatte ich mir das Buch ursprünglich, weil mir das Cover so gut gefiel. Gargoyles haben nun mal eine magische Anziehungskraft auf mich und ich kann einfach nicht an ihnen vorbei gehen...
Der Rückentext ließ ja eher auf einen weiteren Harry Potter Aufguss vermuten, was aber überhaupt nicht stimmt.
Meines Erachtens ist Bartimäus noch um Längen besser als HP.

Es ist einfach erfrischend, wie sich ein Zauberlehrling und sein beschworener Dschinn Wortduelle liefern, besonders die freche Art von Bartimäus. In den Fußnoten, die zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig sind, steckt so unglaublich viel Witz, dass ich desöfteren vor Lachen fast von der Couch gefallen wäre.

Ich denke, der erste Band der Trilogie ist mit Abstand der Beste. Aber auch die Folgebänder sind gut gelungen, wenn auch nicht mehr ganz so überzeugend.

Brennende Seelen - Günter Krieger



Kurzbeschreibung

Seit dem frühen Mittelalter genießt die Heilige Ursula, Tochter eines britannischen Fürsten, volkstümliche Verehrung. In der Nähe von Köln soll sie, mitsamt ihren Gefährtinnen, im 5. Jahrhundert den Märtyrertod erlitten haben.Wer aber steckt hinter dieser legendenumwobenen Gestalt, deren Schönheit man in Liedern besang? War Ursula eine von Gott Erwählte, die ihr gewaltsames Endein Träumen voraussah? Oder war sie nur eine frömmelnde, realitätsferne Pazifistin?
Der Roman erzählt von glühenden Leidenschaften und einer großen Liebe. Auch dunkle Zeitalter gebären Menschen, derer man sich noch nach Jahrhunderten erinnert, weil sie erstaunliche Taten vollbrachten.

 
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Die Geschichte um Ursula und ihre 11 bzw. 11.000 Jungfrauen hat mich schon seit frühester Kindheit fasziniert, allein um zu verstehen, woher die elf Flammen im Kölner Wappen stammen.
Brennende Seelen erzählt die Legende um die heilige Ursula in kurzweiliger Weise ohne jedoch historisch Korrekt sein zu wollen oder zu können, da es zu wenig Belege für ihre Existenz in der dargestellten Form gibt. Sie wurde sogar aus dem Calendarium Romanum Generale gestrichen, da sich ihre Existenz hauptsächlich auf Legenden, nicht jedoch auf schriftlichen Belegen gründet.
Der Autor spinnt somit eine nette Geschichte um die Pilgerreise der hl. Ursula und ihren Gefährtinnen, in dem natürlich weder Liebe noch Intrigen oder sinnloses Abschlachten von Tieren zu kurz kommen dürfen.
Zu Beginn liest sich das Buch recht leicht und flott dahin, auch wenn Ursula als überirdisch schön (Edward lässt grüßen) und unsagbar gut dargestellt wird. Da muss man schon schmunzeln, wenn ein gestandener Krieger nur durch den kurzen Anblick einer schönen Frau in null Komma nix bekehrt wird und das Töten, was vorher zu seinem Leben gehörte wie Wasser und Brot, verabscheut...
Mit der Zeit wird es aber recht eintönig, da zwar viel geschieht aber nichts passiert. Die Geschichte tröpfelt so dahin, und zum Ende hin hat man den Eindruck, der Autor wollte nun auch endlich fertig werden und achtet auch gar nicht mehr auf Rechtschreib- oder Syntaxfehler. Etwas, was mich zur Weißglut treibt...
Zum Glück erspart er uns das blutige Abschlachten der Pilger, hat er doch zuvor schon genug Wolf- und Hundeblut vergossen.
Wie die Geschichte endet kennt man auch dem Geschichts- oder Religionsunterricht, daher war das keine Überraschung. Überrascht war ich nur über den lieblosen Abschluss des Buches, das eigentlich ganz gut begonnen hat, und leider viel seines Potentials durch den Gulli schickt.

2,5 Sterne 

14. Januar 2010

Juliet Marillier - Die Tochter der Wälder


Kurzbeschreibung:


Juliet Marillier schöpft aus dem hier zu Lande wenig bekannten Schatz irisch-keltischer Märchen und erzählt die Geschichte von den sechs Schwänen vor historischem Hintergrund nach. Schauplatz ist das Irland des 9. Jahrhunderts, als keltische Stammesfürsten ihr Land gegen den Ansturm der Briten verteidigten. Die junge Sorcha ist das siebte Kind und die einzige Tochter eines solchen Fürsten. Da ihr gestrenger Vater kaum einen anderen Gedanken kennt als den Krieg, wächst das mutterlose Mädchen frei und wild in den Wäldern Irlands auf -- umsorgt und beschützt von ihren sechs älteren Brüdern.

Diese Freiheit findet ein jähes Ende, als ihr Vater sich neu vermählt. Die unheimliche Schwiegermutter hat bald mit Hilfe von Magie und weiblicher List den gesamten Haushalt unter ihre Kontrolle gebracht, und als die Geschwister versuchen sich aufzulehnen, verwandelt sie die sechs Brüder in Schwäne. Sorchas einzige Chance, den Bann zu lösen ist mit einem furchtbaren Opfer verbunden. Damit nicht genug, wird sie vom Feind gefangen genommen und nach Britannien verschleppt. Allein in der Fremde, ringt sie weiter um die Vollendung ihrer furchtbaren Aufgabe ohne zu ahnen, dass ihr eine noch schwerere Prüfung bevorsteht.

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Juliet Marillier erzählt hier das Märchen "Die sechs Schwäne" in wunderbarer Weise vor dem Hintergrund der irischen/keltischen Mythologie. Die
Ich-Erzählerin zieht einen sofort in ihren Bann, und man kann sich von der ersten Minute an mit Sorcha identifizieren und in die Geschichte, die Tragik und das Leid einfühlen. Es fällt wirklich schwer beim Lesen die Trauer, Wut oder Verzweiflung nicht selbst zu spüren. Ich hab des öfteren den Atem angehalten, meine Fäuste geballt oder ein Tränchen verdrückt...
Die Personen sind lebendig, interessant, haben ihre Stärken und Schwächen und es sterben sogar Einige, die man ein Stück weit in der Geschichte begleitet und lieb gewonnen hat. Einzig das Ende hat mich insoweit nicht befriedigt, als dass ich gerne viel mehr über die anderen Personen erfahren hätte.

Empfehlenswert für alle, die gerne ein romantisches, sehr gut geschriebenes Märchenbuch lesen, in dem es zwar keine Schlachten gibt, dafür aber viel Magie, Mut und Liebe... und natürlich Irland.


Dieses wunderschöne Buch hat mir seit langem mal wieder beim Lesen die Tränen fließen lassen.

Tochter der Wälder ist der erste Teil der Sevenwater-Trilogie, welches aber eine in sich abgeschlossene Geschichte ist. Allerdings hab ich den zweiten Band natürlich schon bestellt...

Betsy Tobin - Das Beinhaus


Kurzbeschreibung


Angesiedelt im ländlichen England des 17. Jahrhunderts, erzählt "Das Beinhaus" vor einem schaurig-spannenden Hintergrund die Geschichte zweier außergewöhnlicher Frauen. Eine von ihnen ist Dora, die allseits geachtete Dorfhure, von großer Schönheit, üppig und mit einer geradezu charismatischen Ausstrahlung. Die Männer kommen zu ihr, um ihre fleischlichen Lüste zu stillen, die Frauen, um ihre Freundschaft zu gewinnen. Als sie eines morgens tot am Boden einer einsamen Schlucht aufgefunden wird, ist das ganze Dorf in heller Aufregung. Sie lässt einen 11jährigen Sohn zurück, der über den Verstand eines kleinen Jungen, jedoch über den Körper eines ausgewachsenen Mannes verfügt.
Berichtet werden diese Ereignisse aus der Perspektive von einer auf dem örtlichen Gutshof dienenden jungen, einzelgängerischen Zofe. Der Tod Doras, mit der sie eng befreundet war, reißt sie aus der Routine ihres geregelten, ereignislosen Lebens. Sie glaubt nicht an einen Unfall, und als sich herausstellt, dass Dora zum Zeitpunkt ihres Todes wieder schwanger war, begibt sie sich fieberhaft auf die Suche nach dem Vater des Kindes, der ihr verdächtig scheint. Doch hinter dem Geheimnis von Doras Tod steckt mehr: das dunkle Geheimnis ihres Lebens. Sie verbarg eine Vergangenheit, deren Spuren weit über die Grenzen der ländlichen Gemeinde hinausführen und in der ein geheimnisvolles Porträt eine wichtige Rolle spielt. Als ein junger Porträtmaler im Dorf auftaucht, nehmen die Ereignisse eine Wende, die auch das Leben der jungen Zofe unwiederbringlich verändern wird ...

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Das Buch ist - entgegengesetzt der Beschreibung - nicht unbedingt als Krimi zu bezeichnen. Es ist eher eine Geschichte, die sich zwar um einen Todesfall dreht, aber doch mehr Wert auf die Einblicke in die damalige Zeit und das Leben der Dorfbewohner im Mittelalter legt. Man kann sehr schön miterleben, wie schnell man damals der Hexerei bezichtigt werden konnte, allein wenn man eine Narbe am Körper hatte. Aber auch, wie die Dorfbewohner zusammenhielten, sich alle gemeinsam umeinander kümmerten. Trotz Misstrauen und Klatsch und Tratsch.

Was mich an dem Buch am meisten fasziniert hat ist, dass die Autorin es in der Präsensform geschrieben hat. Kein leichtes Unterfangen, da man doch gerne versehentlich wieder in die Vergangenheitsform rutscht. Ihr ist es aber gelungen durch diese Wahl der Erzählform gut zwischen den tatsächlichen Geschehnissen und den Erinnerungen der Protagonisten zu differenzieren ohne zu langweilen.

Da das Buch nur knapp über 250 Seiten dick ist, kann man es gut an einem Nachmittag durchlesen. Es ist recht spannend (aber nicht spannend genug, um es Krimi oder Thriller zu nennen) und die Ereignisse nehmen tatsächlich ungewöhnliche Wendungen, auch wenn man das ein oder andere doch schon recht früh absehen kann. Für zwischendurch empfehlenswert, aber nichts, was einen nicht mehr loslassen würde.

4 Sterne.

1. Januar 2010

Ascan von Bargen - Die Legenden des Abendsterns

Kurzbeschreibung

Duncan erfährt an seinem 21. Geburtstag vom mysteriösen Vermächtnis seines toten Vaters. Schnell begreift er die verstörende Wahrheit: Er soll zum Mörder werden! Nur so lässt sich die unaussprechliche Gefahr noch abwenden, die sein eigener Vater vor vielen Jahren aus den namenlosen Abgründen des Schreckens heraufbeschworen hat, ehe er sich schließlich selbst das Leben nahm.

Schon seit Tagen ereignen sich Grauen erregende, scheinbar übernatürliche Dinge in einem Sanatorium: Insassen verschwinden trotz verriegelter Türen und meterdicker Mauern plötzlich aus ihren unterirdischen Zellen. Die einzige Spur sind Blutschlieren an den Decken, fast so, als hätte etwas die hilflosen Opfer mit aller Gewalt hinaufgezerrt ... und durch das Gestein gezwungen! «Die Hurentochter ist erwacht!», schreien die Patienten, wahnsinnig vor Angst. Die älteste der toten Götter sei gekommen, um sich zu nehmen, was ihr gebührt: die Welt!

Ein blutiger Wettlauf gegen die Zeit beginnt: Duncan Clairebourne bleiben nur wenige Tage, das Unsagbare zu verhindern, bevor die Sonnenfinsternis anbricht, von der in den kabbalistischen Schriften seines Vaters die Rede ist. Denn im Licht der schwarzen Sonne werden die Mächte des Bösen auf dem Höhepunkt ihrer Macht sein – und genau zu dieser Stunde wird die Hurentochter Ronové ein blutrünstiges, diabolisches Ritual zelebrieren, um die jenseitigen Kerker zu sprengen und ihre beiden satanischen Schwestern zu neuem, mordlüsternem Leben zu erwecken!

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Was die Kurzbeschreibung von Amazon so spannend verspricht, habe ich in diesem Buch wirklich lange gesucht. Und mit lange meine ich, dass ich für die knapp 330 Seiten fast einen Monat gebraucht habe. Vielleicht habe ich nicht das intellektuelle Verständnis, was man für Horror-Literatur braucht, aber dieses Buch fand ich einfach nur unnötig langatmig. Und nicht auf einer einzigen Seite wirklich spannend.
Die eigentliche, auf dem Klappentext versprochene Handlung fängt erst ungefähr ab Seite 100 an, man muss sich also durch knapp 1/3 des Buches kämpfen, bevor es überhaupt richtig los geht. Naja, stimmt so nicht ganz, die Geschichte mit dem Sanatorium wird in der Tat schon ziemlich früh mit ungefähr drei Sätzen abgegessen. Da hätte ich wirklich mehr erwartet... Es klang ja sooo gut auf dem Buchrücken...

von Bargen erschlägt den Leser förmlich mit einer unnötigen Vielzahl von Adjektiven. Was anfangs als eine Wohltat schien, nachdem mir dies bei einem zuvor gelesenen Buch einer anderen Autorin völlig fehlte, kam ich hier jedoch ins andere Extrem. Keine Person, kein Gegenstand oder Ort, der nicht mit mindestens drei Adjektiven genauestens beschrieben wurde. Dies störte meinen Lesefluss leider enorm, da das Geschehen dadurch in den Hintergrund gelangte. Und leider auch hier kein "show, don´t tell".
Auch durch den fast nicht vorhandenen Schriftsatz und die wirklich unzureichenden Absätze der Gesamtgeschichte war es teilweise sehr verwirrend dem Inhalt zu folgen.

Wahrscheinlich ist dieses Werk für Hardcore-Fans von Lovecraft & Co. zu empfehlen, ich konnte damit nichts anfangen. Lediglich das Titelbild ist sehr hübsch, wäre aber sicherlich noch hübscher, wenn der Buchdeckel stabiler wäre und nicht einfach nur auf 300g-Papier gedruckt.
3 von 5 Sternen

Jacqueline Carey - Kushiel; Das Zeichen (Band 1)

Kurzbeschreibung
Das Land Terre d'Ange ist ein Ort unübertroffener Schönheit und Anmut. Seine Bewohner entstammen der Verbindung von Göttern und Menschen und leben nach einer einfachen Regel: Liebe, wie es dir gefällt. Die junge Phèdre nó Delaunay ist seit ihrer Geburt mit dem Mal eines Gottes gezeichnet - Kushiels Pfeil, der Segen und Fluch zugleich bedeutet. Phèdre ist eine Anguisette und besitzt die einzigartige Gabe, Lust am Schmerz zu empfinden. Als gefragte Kurtisane am königlichen Hof kommt sie einer weitreichenden Verschwörung auf die Spur, die Terre d'Ange in seinen Grundfesten zu erschüttern droht ...
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Phedre, die Protagonistin, erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht, was das Einfühlen in sie wirklich erleichtert. Manchmal sogar so leicht, dass man meint, ihren Schmerz selbst fühlen zu können. Wobei wir schon bei dem Punkt wären, den ich ein wenig bemängeln möchte.
Da Phedre eine Anguisette ist, also eine echte Masochistin die als Konkubine arbeitet, beschreibt sie auch oftmals in detaillierter Genauigkeit die Folter und Verletzungen, die man ihr zufügt. Es fließt viel Blut, was ihr jedoch Spaß zu machen scheint. Ich persönlich kam damit nicht wirklich klar.
Zum Glück wird dies nicht bei jedem Mal genau beschrieben, doch als sie erzählt, wie man anfing sie bei lebendigem Leibe zu häuten, drehte sich mir doch leicht der Magen um.
Die Erotik kommt nicht zu kurz (wobei, in Relation zu den fast 1000 Seiten ist es doch recht dürftig), allerdings darf man keine romantische Liebesgeschichte erwarten.

Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und auf den letzten 50 Seiten hat man das Gefühl, die Autorin wollte möglichst schnell zu einem Abschluss kommen. Auf der einen Seite gut, da 953 Seiten definitiv genug sind, auf der anderen Seite aber schade, da es noch zwei Folgebänder gibt, in denen das Schicksal Phedres weitergeht. Insofern hätte man sich hier etwas mehr Zeit lassen können.

Die Charaktere haben mir eigentlich alle gut gefallen, auch wenn anfangs alle mal wieder engelsgleich schön und atemberaubend gut aussehen, aber das ist wohl üblich bei einem Volk, das direkt von den Göttern abstammt...
Lediglich die vielen Namen haben mir den einstieg in die Geschichte ein wenig schwer gemacht. Trotz des Namensregisters zu Beginn hatte ich bis zur letzten Seite das Gefühl, ich weiß noch immer nicht, von wem genau jetzt die Rede ist.

Sicherlich hat das Buch auch etwas langatmigere Stellen, aber über die kann man leicht hinweg lesen.
Ich werde die Folgebänder sicherlich auch noch lesen, irgendwann. Aber erstmal brauch ich wieder leichte Bücher, und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes!

4 von 5 Sternen